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Wer kein Land hat, kann nichts anbauen.

Verfasst: Fr Feb 06, 2026 8:14 am
von root
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Die Agrarproduktion in Lateinamerika hat sich seit den achtziger Jahren im Zuge der Neoliberalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft stark verändert. Die Märkte wurden geöffnet, Privatisierung und Deregulierung schritten voran. Kleinbäuerliche Betriebe nehmen in der Zahl zwar nicht so stark ab, werden aber immer kleiner. Die schon historisch sehr ungleiche Landverteilung – geprägt von Kolonialwirtschaft, Großgrundbesitz und Hacienda-System – spitzt sich seit über fünfzig Jahren zu. Und das Abkommen führt diese Entwicklung fort.
In Deutschland sind in der Landwirtschaft weniger als 1 Mio. Menschen beschäftigt.

Die Produktion wird immer mehr mechanisiert. Bis Mitte der nuller Jahre war die Zuckerrohrproduktion in Brasilien Handarbeit. Zuckerrohr wurde abgebrannt und danach mit der Machete geschnitten.
Diese Handarbeit setzt Menschen voraus, die sie verrichten.
Wie sah das Leben in der Landwirtschaft aus, welche Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung waren gegeben?
Wie verhalten sich Produktivität in der Landwirtschaft und gesellschaftliche Lebensbedingungen insgesamt zueinander?
Dieses und andere manuelle Verfahren wurden offiziell für den Umwelt- und Gesundheitsschutz verboten und mechanisiert – mit dem Ergebnis, dass es in der agrarindustriellen Produktion kaum noch Arbeitsplätze gibt.
War es richtig, das Abbrennen der Zuckerrohrfelder zu untersagen?
Mechanisierung und Automatisierung vernichtun weltweit nicht nur arbeitsplätze sondeern schaffen auch die Grundlage für die individuelle Freiheit als die Persönlichkeitsentwicklung.
Diese Entwicklung geht mit der Digitalisierung der Landwirtschaft weiter. Mechanisierung und Digitalisierung sind natürlich kapitalintensiv. Unter den gegebenen Umständen vermögen dies nur internationale Unternehmen. Das Abkommen bedient auch hier deren Interessen. Gefördert wird eine Agrarproduktion, die seit über fünfzig Jahren die kleinbäuerliche Produktion verdrängt, also ihre Flächen aneignet oder ihren Zugang zu Märkten einschränkt.
Richtig, KI hebt die Landwirtschaft auf eine neue Stufe, soll das verhindert werden? Soll die Menschheit die kleinbäuerliche Produktion und landwirtschaftliche Handarbeit wieder fördern?
Hinzu kommen die klimatischen Veränderungen. In vielen Regionen kommt man ohne zusätzliche Bewässerung nicht mehr aus. Viele kleinbäuerliche Produzenten verfügen allerdings nicht über das ökonomische Kapital, um Bewässerungssysteme zu installieren.
Armut und, bezogen auf die gesellschaftliche Entwicklung, Rückständigkeit zeichnen die kleinbäuerliche Existenz aus.
Der Anteil der Landwirtschaft an der Gesamtwirtschaft sinkt stetig, und die Anforderungen an den neuen Landwirt steigen ebenso stetig.
Das heißt, unterschiedliche Krisen überlagern und verstärken sich. Das führt zu Anpassungen in der Landbevölkerung: Viele sind dazu gezwungen, verschiedenen Tätigkeiten nachzugehen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken und ein Einkommen zu haben. Kleinbäuerliche Produktion gehört nur noch so weit dazu, wie Fläche zur Verfügung steht. Das ist einfach: Wer kein Land hat, kann nichts anbauen.
Die Neoliberalisierung und Internationalisierung ist also weit fortgeschritten. Um welche Produkte geht es primär?
Die Verdrängung einfacher Arbeit durch Automatisierung hat mit Neoliberalismus wenig zu tun.